Trainer Thorsten Fink steht mit seinem Team Grasshoppers Zürich am Abgrund und hat nach der bitteren 1:3-Blamage gegen Stade Nyonnais viel Redebedarf. Sollten die Grasshoppers am Samstag gegen Schlusslicht NE Xamax verlieren, winkt selber die Rote Laterne und der 50 Jahre alte Trainer würde wohl noch weiter in Erklärungsnot geraten. Bisher hat GC lediglich vier Punkte aus sechs Spielen geholt und steht mit einem desaströsem Torverhältnis von -6 auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Selbst wenn Fink mit seinen Männern verlieren sollte, wäre es für ihn lediglich eine „Wasserstandsmeldung“, da man die Wahrheit „erst nach einem Jahr, nach 36 Spielen“ sehen würde. Im Spiel gegen Schlusslicht Xamax sieht der ehemalige HSV-Coach jedoch auch eine Chance. „Gegen Xamax ist die Chance größer, selbst bestimmen zu können, ob wir gewinnen.“ Und genau das wird die Frage beim Kellerduell sein: „Können die Grasshoppers Zürich gewinnen?“ Nach Fink spielt der Aufsteiger nach vorne einen guten Ball und würde sich durchaus mit Toren belohnen, doch in der Hintermannschaft hat er Schwächen ausgemacht, die die Zürcher unbedingt nutzen wollen. Auch nach seinem schwerwiegendem Patzer gegen Stade Nyonnais setzt Fink weiter auf Souleyman „Dudu“ Doumbia, den er zu seinem eigenen Schutz in der Halbzeit herausgenommen hatte. Hintergrund: Der 21-Jährige hat bei der Pokal-Niederlage gegen Nyonnais einen Einwurf direkt in die Füße des Gegners geworfen und so ein Gegentor verschuldet.

Fink über die Arbeit: „Macht noch sehr viel Spaß“

Fink hat noch weiterhin viel Spaß und Freude bei der Arbeit in Zürich, obwohl die Ergebnisse und die Stimmung im und um den Club anderes vermuten lässt. „Ich bin überhaupt nicht niedergeschlagen. Und der Club kann weiterhin nur wachsen, wenn du selber erst einmal ruhig bleibst, einen Plan hast“, so Fink. Für ihn kann es in den kommenden Wochen nur wieder bergauf gehen, wenn der richtige Zusammenhalt in der Mannschaft ist und fügt direkt an: „Wir haben einen guten Zusammenhalt.“ Außerdem spüre er das Vertrauen von Sportchef Mathias Walter und Präsident Stefan Anliker, die hinter ihm stehen würden. Für die enttäuschenden Ergebnisse macht Fink die Transferpolitik der Vergangenheit verantwortlich. Es wurden zu viele neue Spieler geholt, die sich erstmal an die Mannschaft, die Automatismen gewöhnen müssen.