Die meisten Vereine der Super League haben mit der Vorbereitung auf die kommende Saison begonnen. Früher war dabei Deutschland ein beliebtes Ziel, um ein Trainingslager abzuhalten. Doch dies hat sich geändert. In der jüngeren Vergangenheit sind nur noch der FC Zürich und der FC Basel ins nördliche Nachbarland gereist, um hier die Vorbereitung zu absolvieren. In diesem Jahr ist es nur noch der FC Basel und selbst dieser soll sich inzwischen gut überlegen, ob es sein letzter Besuch ist. Verantwortlich ist der Deutsche Fußball Bund (DFB). Der Verband legt neuerdings einen Paragraphen seiner Spielordnung extrem streng aus. Die Super League-Klubs fühlen sich gegängelt.

Ausländischen Vereinen werden Testspiele erschwert

Bei der fraglichen Regel handelt es sich um § 32 der DFB-Spielordnung. Dieser Paragraph beschäftigt sich damit, was passiert, wenn zwei ausländische Vereine auf deutschem Boden gegeneinander spielen möchten. Vereinfacht gesagt gilt: Solche Partien sind verboten, wenn ein DFB-Mitglied in irgendeiner Form an der Organisation beteiligt ist. Dies ist aber fast immer der Fall: Das Spielfeld wird in der Regel von deinem deutschen Klub zur Verfügung gestellt. Zudem greifen die Klubs auf DFB-Schiedsrichter zurück. § 32 macht also Testspiele von ausländischen Klubs untereinander fast unmöglich.

Allerdings enthalt der Paragraph einen Ausnahmepassus. Dieser sagt, dass in „Ausnahmefällen“ (was das genau bedeutet, wird nicht definiert) dennoch eine Spielgenehmigung erteilt werden kann. Früher war der DFB extrem großzügig in der Frage der Ausnahmeregelungen. Dies war ein Grund, weshalb Deutschland für die Klubs aus der Schweiz derart attraktiv war. Inzwischen ist davon jedoch nicht mehr viel übrig: Der Ausnahmepassus wurden in den letzten Jahren immer seltener bestätigt und in der jüngsten Vergangenheit überhaupt nicht mehr.

Warum wird der DFB so streng?

Richtig klar ist es nicht, weshalb der DFB so streng geworden ist. Schließlich leiden seine Mitglieder darunter auch. Die Vereine, die ihre Felder für die Partien zur Verfügung stellten, kassierten beispielsweise regelmäßig eine satte Miete, die nun entfällt. Möglicherweise möchte der deutsche Verband den eigenen Teams zu Testspielen verhelfen. Falls dies der Grund ist, geht die Rechnung ein Stück weit auf: Der FCB hat seine Spiele gegen ausländische Vereine gestrichen und tritt stattdessen gegen den 1. FC Nürnberg sowie gegen seine zweite Mannschaft an.